Anreize für Biogas als Kraftstoff im Verkehrssektor schaffen

EnviTec Biogas fordert frischen Wind in der Klimadebatte

Lohne/Saerbeck, 12. September 2018 – Der Klima-Joker Biogas trägt maßgeblich zur Erreichung der Klimaziele der Bundesregierung bei? Schön wäre es, doch das hehre Klimaziel der schwarz-roten Bundesregierung, die Treibhausgase bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu senken, wird mit 32 Prozent noch deutlicher verfehlt, als bislang prognostiziert. Aus Sicht des Biogas Allrounders EnviTec Biogas AG eine verpasste Chance. „Konkrete Maßnahmen, wie die Zielvorgabe dennoch erreicht werden könnte, erfolgten bislang nicht, was uns umso ratloser macht – Lösungen lägen auf der Hand“, sagt Jörg Fischer, CFO des niedersächsischen Unternehmens nach Ende der parlamentarischen Sommerpause.

Gerade jetzt sei es an der Zeit, den zügigen Ausbau klimafreundlicher erneuerbarer Energien wieder in den Fokus der politisch Handelnden zu rücken. Das sei, so Fischer, eine durchaus legitime Forderung, denn der Alleskönner Biomethan würde dabei in allen Verbrauchssektoren, insbesondere aber im Verkehrs- und Wärmebereich, in denen bislang keine befriedigenden Beiträge zur CO2-Reduzierung erzielt wurden, einen nachhaltigen Beitrag zur Dekarbonisierung leisten. Daher sehen Unternehmen wie EnviTec Biogas, insbesondere in der Nutzung und dem weiteren Ausbau der bestehenden Gasinfrastruktur eine enorme Chance.

Bislang spielte international bei der Entwicklung des individuellen Personenverkehrs und des Lastverkehrs der Dieselantrieb die Hauptrolle. Neue Generationen von sparsamen und kraftvollen Dieselmotoren schienen der Heilsbringer – bis zum sogenannten Dieselgate. Der Schadstoffausstoß von Dieselautos überschreitet meist die Normwerte – vom ansteigenden Güterverkehr auf Deutschlands Meeren und Flüssen ganz zu schweigen: nach Expertenschätzungen wird der Binnenschiff-Güterverkehr um 23 Prozent, der Seehafenverkehr um 73 Prozent gegenüber 2010 ansteigen. Dieser Trend steht der EU-Rahmenlinie, bis 2020 mindestens 10 Prozent des Endenergieverbrauchs im Verkehrssektor über Erneuerbare Energien laufen zu lassen, massiv entgegen. Um die Vereinbarungen im Pariser Klimaabkommen zu erfüllen, wären in der Seeschifffahrt sogar CO2-Reduktionen von 70 bis 100 Prozent notwendig!

Zero-Emission Label der Elektromobilität schlichte Augenwischerei

„Doch auch Elektromobilität ist keine echte Alternative im Bereich der Nachhaltigkeit: Denn solange der nötige Strom nicht sauber und nachhaltig erzeugt wird, ist die tatsächliche Schadstoffbilanz lediglich verschoben“, sagt Jörg Fischer. Das Zero-Emission-Label täusche darüber hinweg, dass die genutzten Batterien in der Herstellung Rohstoffe wie Lithium und Cobalt benötigten – die weltweiten Reserven dieser Materialen sind endlich, ihre Entsorgung schwierig. Zudem könne der massive Wasserverbrauch bei der Lithiumgewinnung das Grundwasser in den wüstenhaften Abbaugebieten Südamerikas aufbrauchen – „folglich sind Wiesen und Feuchtgebiete vom Austrocknen bedroht, das gesamte Ökosystem ist davon betroffen“, so Fischer weiter.

Um ein Zeichen pro CNG-Ausbau (compressed natural gas) zu setzen, geht EnviTec seit letztem Jahr gemeinsam mit der Münchner BAUER Kompressoren GmbH neue Wege in der klimaneutralen Anwendung von Biomethan im Verkehrssektor. Die etablierte CNG-Technik von BAUER gepaart mit EnviTecs Expertise im Bereich der Gasaufbereitung erschließt beiden Unternehmen neue Chancen für den Durchbruch von Bio-CNG und Biomethan. Erstmals ist damit ein Anlagenbauer in der Lage, das komplette Paket vom Biomüll bis hin zur CNG-Zapfsäule aus einer Hand zu liefern. Das daraus resultierende EnviTec-Geschäftsmodell „Drive Biogas“ wurde von der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) prämiert. Der innovative unternehmerische Ansatz sei ein Vorzeigebeispiel, wie die Nutzung von Biogas als Kraftstoff im Verkehrssektor verstärkt werden kann.

Genutzt werden kann Bio-CNG von diversen Erdgasfahrzeugen, die bereits heute serienreif auf dem Markt erhältlich sind. Diese sind neben den deutlich besseren Abgasemissionen auch durch die verringerte Kraftfahrzeugsteuer und reduzierte Kraftstoffkosten wirtschaftlicher zu fahren. Das zukunftsfähige Modell soll dazu beitragen, die zurzeit sinkende Infrastruktur an CNG-Tankstellen in Deutschland zu verbessern. „Das ist ein wesentlicher Beitrag zur aktuellen Schieflage in der viel diskutierten Verkehrswende“, erklärt Fischer. Allein im Verkehrssektor sind mit dem Einsatz von Biomethan CO2-Einsparungen von bis zu 90 Prozent gegenüber fossilen Kraftstoffen möglich.

Mit dem Einsatz von Biomethan könnten nicht nur CO2-Emissionen im Verkehr eingespart, sondern auch der gesundheitsschädliche Ausstoß von Stickoxiden und gesundheitsschädlichem Feinstaub um bis zu 95 Prozent reduziert werden. Ein Grund dafür, dass jüngst der Branchenverband Biogasrat+ e.V. an die EU-Kommission appellierte, im EU-Mobilitätspaket die Anrechnung der CO2-Minderung mit Biomethan auf die Flottendurchschnittswerte der Automobilunternehmen zu ermöglichen. Durch die Fokussierung auf Biomethan im Verkehrssektor könnten, so Fischer, sämtliche offene gebliebenen Fragen nach dem Dieselskandal unmittelbar beantwortet werden. Alles sei vorhanden: von CNG-geeigneten Automodellen über eine leicht ausbaufähige Tankinfrastruktur. „Biomethan als erneuerbare Energiequelle ist schlichtweg aktiver und direkt wirkender Klimaschutz, den unser Planet heute dringlicher denn je braucht“, so Fischer abschließend.

Über die EnviTec Biogas AG
Die EnviTec Biogas AG deckt die gesamte Wertschöpfungskette für die Herstellung von Biogas ab: Dazu gehören die Planung und der schlüsselfertige Bau von Biogasanlagen und Biogasaufbereitungsanlagen ebenso wie deren Inbetriebnahme. Das Unternehmen übernimmt bei Bedarf den biologischen und technischen Service und bietet außerdem das gesamte Anlagenmanagement sowie die Betriebsführung an. Daneben betreibt EnviTec auch eigene Biogasanlagen. 2011 hat EnviTec Biogas das Geschäftsfeld um die direkte Vermarktung von aufbereitetem Biomethan sowie die Grünstrom- und Regelenergievermarktung erweitert. Die EnviTec Biogas AG ist inzwischen weltweit in 16 Ländern mit eigenen Gesellschaften, Vertriebsbüros, strategischen Kooperationen und Joint Ventures vertreten. Im Jahr 2017 erzielte EnviTec einen Umsatz von 198,8 Mio. Euro und ein EBIT von 6,5 Mio. Euro. Insgesamt beschäftigt die EnviTec-Gruppe derzeit gut 440 Mitarbeiter. Seit Juli 2007 ist EnviTec Biogas an der Frankfurter Wertpapierbörse notiert.

Kontakt:
Anne Selzer
EnviTec Biogas AG
Tel: +49 25 74 88 88 – 245
E-Mail: a.selzer@envitec-biogas.de

 

< zurück zu Branchennews