Biogasrat fordert Ausschreibungsregeln für Grünes Gas

Rote Karte aus Berlin für den Zubau von Biomasseanlagen muss weg

Berlin, 03.08.2015 – „Die Ausschreibungspläne des Bundeswirtschaftsministers für Erneuerbare-Energien Anlage sind eine Rote Karte für den Zubau von Biomasse in Deutschland“, sagt Michael Rolland, Geschäftsführer des Biogasrat+ zu dem jetzt in Berlin vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vorgelegten Eckpunktepapier ‘Ausschreibungen für die Förderung von Erneuerbare-Energien-Anlagen‘.

„Mit fast 31 Prozent Anteil an der Stromerzeugung aus Erneuerbaren in Deutschland sind Biomasse und grünes Gas im Strombereich eine tragende Säule der Energiewende. Biomasseanlagen müssen deshalb ab 2017 genauso ausgeschrieben werden wie Wind- und Photovoltaikanlagen“, fordert der Sprecher des Biogasrates. Im Gegensatz zu anderen erneuerbaren Energieträgern seien Biogas und Biomethan immer verfügbar und zudem auch noch speicher- und regelbar.

Im Eckpunktepapier der Bundesregierung heiße es zu Recht: „Eine Ausschreibung ist ein objektives, transparentes und diskriminierungsfreies Verfahren, um die Förderhöhe wettbewerblich zu ermitteln“. Die gesamte Biomasse bei der Ausschreibung erst einmal auszuschließen – so Rolland – sei „Diskriminierung pur.“ Deshalb müsse der Prüfvorbehalt im Eckpunktepapier zu Biomasse, ob „eine Ausschreibung für Neuanlagen unter Einbeziehung von Bestandsanlagen sinnvoll sein kann“, gestrichen werden.

„Für Biomasse ist im Erneuerbare Energien Gesetz 2014 ein Ausbaupfad von 100 MW pro Jahr fest verankert. Mit dieser Leistung kann ein Grundlast-Kraftwerk bei uns etwa 220.000 Haushalte, also eine Stadt wie Düsseldorf, ein Jahr lang mit Strom versorgen. Diesen Ausbaupfad durch einen Ausschluss oder Verzögerungen beim Ausschreibungsverfahren hintenrum faktisch zu beerdigen, wäre nicht nur ein gewaltiger Vertrauensbruch, sondern auch politisch und wirtschaftlich unklug“, betont der Biogasratssprecher.

Ein wichtiges Ziel der Ausschreibungen sei es – wie im Eckpunktpapier mehrfach formuliert – die ‘Akteursvielfalt‘ als Kernelement einer modernen und nachhaltigen Energiepolitik im 21. Jahrhundert zu erhalten. „Zu dieser Akteursvielfalt gehören auch unsere sehr klima- und umweltfreundlichen Biogas- und Biomethanaufbereitungs-anlagen, die Strom- und Wärmeproduktion aus heimischer, erneuerbarer Energie 24 Stunden lang unabhängig von Wetterschwankungen garantieren“, sagt Rolland: „Wir setzen uns deshalb mit Nachdruck dafür ein, das die heimische Biomasse im Gesetzgebungsverfahren die gleichen Ausschreibungschancen erhält wie Wind-und Photovoltaikanlagen.“

Pressekontakt:
Janet Hochi
Tel. +49 30 206 218 100

 

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